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Bilder statt Worte fürs Poesie-Album

Von FRIEDER BLUHM

Die Frau zwischen den verblühten Blumen wirkt niedergeschlagen und - unbekleidet wie sie ist - verletzlich. Die Hände sind vor das Gesicht geschlagen. Der Betrachter spürt Trauer. Warum, worüber die Frau trauert - das Bild verrät es nicht. Doch ihre Einsamkeit lässt den Wunsch verspüren, zu trösten und zu ermutigen. Man möchte ihr den Trost zusprechen, der von den Worten ausgeht, die auf dem kleinen Zettel unter dem Bild zu lesen sind; Selig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden."

 

Die Worte sind so bekannt, dass man die Distanz verliert"

 

Die Worte stammen aus einer Predigt; wahrscheinlich der berühmtesten, die je gehalten wurde: Als Berg­predigt" sind diese Worte Jesu überliefert und in das Evangelium eingegangen. ,,Selig sind, die Frieden stiften: Das ist doch fast schon ein Spruch fürs Poesie-Album. Die Worte sind so bekannt, dass man zu ihnen die Distanz verliert", meint Pfarrer Thomas Förster. Selig sind ..." ist auch der Titel einer Ausstellung in der Dorper Kirche. Diese Ausstellung ist eine Möglichkeit, sich altbekannten Worten neu zu nähern", sagt der Dorper Pfarrer.

Zu sehen sind 16 Bilder. Gemalt hat sie die russische Künstlerin Jana Kuschtewskaja. 1974 in Lens (Jakutien) geboren, stellt die in Moskau lebende Malerin, die dort ihr Studium als Bühnenmalerin abgeschlossen hat, zum 21. Mal in Deutschland aus. Auch in Solingen ist sie schon bekannt. Im vergangenen Jahr war in Dorp ihr Bilderzyklus zum Hohen Lied der Bibel zu sehen.

Die Bilder der neuen Ausstellung sollen keine Illustration der Bergpre digt sein, vielmehr eine zeitlose Interpretation. Wie eine Nonne habe sie sich in das Thema versenkt, berichtet Tatjana Kuschtewskaja, die Mutter der Künstlerin. Im Gegensatz zu ihrer Tochter spricht sie Deutsch. In der Bibel, speziell in der Bergpredigt, habe die Künstlerin Motive für die Hoffnung der Welt gefunden und intuitive zu Papier gebracht. Enstanden sind zu den neun Seligpreisungen der

Bergpredigt 16 Bilder in Öl auf Papier, 60 mal 40 Zentimeter groß. Im Kirchenschiff hängen sie an dem Gerüst für die Innenrenovierung: auf der linken Seite die neun verschiedenen Motive, auf der rechten Seite Variationen derselben. Auf jedem dieser Bilder ist ein einzelner Mensch zu sehen, nackt, in gebeugter, in gebückter, sich aufstützender Haltung; ein Schlafender für die, die reinen Herzens sind; ein ängstlich Blickender für die Verfolgten; eine anmutige Frauengestalt für die Sanftmütigen. Mal bilden Blumen den Vordergrund mal fallende, treibende Blätter. Der Mensch, jeder einzelne, scheint in seiner Schutzlosigkeit angewiesen auf den Trost der Seligpreisungen.

 

Die ausstellung eroffnet morgen, Sonntag, 11.15 Uhr, mit kleinen Feier in der Dorper Kirche. In dem vorangehenden Gottesdienst (Beginn: 10 Uhr) wird auf die Bilder und die Seligpreisungen eingegangen. Da­nach ist die Ausstellung bis zum 3. Juli geöffnet: sonntags von 11 bis 12 Uhr und donnerstags von 19 bis 20 Uhr sowie nach Vereinbarung. In­formationen und Sondertermine für eine Besichtigung gibt es bei Josefina Stursberg (247 56 90).

 
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