Janina Kushtevskaya
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Eine Nase wie der Turm von Libanon

Kuschtewskaja-Bilder in Bücherei Sölde

 

Sölde Ejne Nase wie der Turn von Libanon" und Haar wie das Purpur des Königs in Falten gebunden" - die mit solchen Versen angebetete Frau muss wahrlich von unvorstellbarer Schönheit sein.

Kein Wunder also, dass auch die anderen Zeilen dieses Liedes eine reichhaltige Vielfalt von poetischen Bildern offenbaren. Überraschend ist es dahingegen schon, dass solche Zeilen ausgerechnet im Alten Testament, dem Hohenlied, nachzulesen sind, gilt die Kirche doch auch heute noch als eher zurückhaltend.

Tatsächlich jedoch ist das Lied der Lieder" nach Ansicht des Schriftstellers Alexander Nüzberg eines der sinnlichsten und dichterischsten Elemente der Literatur überhaupt." Auch die russische Künstlerin Janina Kuschtewskaja ließ sich vom Hohenlied, das dem König Salomon zugeschrieben wird, und den Seligpreisungen der Bergpredigt inspirieren und widmete den Liedern eine eigene Bildergalerie. Zu sehen ist sie zur Zeit in der Bücherei-Gemeinschaft KÖB. Sölder Straße 130.

 

Den Kontakt mit Solde knüpfte ihre Mutter, die Publizistin Tatjana Kuschtewskaja, die im letzten Jahr ihre litera­rischen Werke vorstellte.

 

Zur Eröffnung der Aussteilung las am Sonntag Autor Nitzberg aus den Übersetzungen Martin Luthers und der beiden Barockdichter Martin Opitz und Philipp von Zesen. Natalia Gonochowa aus St. Petersburg sorgte mit Liebesliedern von Marlene Dietrich und aus ihrer russischen Heimat für die musikalische Begleitung. Bis zum 29. Mai haben Kunstliebhaber noch die Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen.

Auf den insgesamt 28 Ölgemälden Kuschtewskajas dominieren eher die dunklen Farben. Dennoch gelingt es ihr, der Gefühlswelt der besungenen Personen Ausdruck zu geben.

 

Janina hat schon als kleines Kind immer nur gemalt", erinnert sich ihre stolze Mutter Tatjana Kuschtewskaja, die für ihre Tochter übersetzte. Bereits als Fünfjährige malte sie einmal auf einem karierten Rechenzettel in jedes einzelne Kästchen ein winziges Bild hinein."

 
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Janina Kushtevskaya © 2006. Janina Kushtevskaya