Janina Kushtevskaya
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Unterwegs in Sachen Faust

PETRA KUIPER

Der Star des Tages schlägt die Augen nieder. So viele aufgeregte Leute, so viele neugierige Fragen.... Mucksmäuschenstill sitzt die 28-jährige Jana Kuschtewskaja da, versteckt hinter Schüchternheit und Sprachbarrieren - und ist heilfroh, dass Mutter Tatjana für sie antwortet. Dabei muss sich die Moskauer Künstlerin nicht verstekken. Sie stellte bereits in Russland und Japan aus - in Düsseldorf präsentiert sie jetzt ihre Universitäts-Abschlussarbeit: Sechs Bühnenbilder zu Goethes Faust I. Großformatige Zeichnungen nebst Hexenküchen-Modell, dazu Kostümentwürfeein Bummel durch Russlands Theaterwelt von Morgen. Bis zum 4. September ist die kleine feine Schau zu sehen, als eine von zwei Sonderausstellungen, mit der das Goethe-Museum dem Dichterfürsten zum Geburtstag gratuliert. Zum 253., schief aber schön.

 

Himmel und Hölle

Wer sich umsieht, weiß, was Museumschef Volkmar Hansen meint, wenn er von einer „Hell-Dunkel-Komposition" spricht: Während Kuschtewskaja in unterirdischste Gefilde entführt, fesseln die Dortmunder Kunstlehrerin Barbara Priimm Licht und Schatten. „Vom Tag zur Nacht - italienische Impressionen" hat sie ihre Bilder genannt, Liebhaberkunst, die, so Hansen, „vom Licht erzählt, das Goethe mit Italien verbindet." Zu sehen gibt's Landstriche, eingefangen mit Aquarellfarbe: Häuser mit Garten, Anemonen im Abendrot, eine Abendstimmung bei Lucca, wo man, so Prümm, „stundenlang spazieren gehen kann"...

Gegenüber setzt Kuschtewskaja Himmel und Hölle in Szene. Sie verlieh Goethes Tragödie Gestalt, das zeigen zum einen die Kostümentwürfe, für die die 60er Jahre Pate standen: Schritt für Schritt wird aus dem ältlichen Einstein-Typ Faust ein hübscher jünger Gigolo.

Beeindruckend: die Bühnenbilder, die vor Ideen nur so strotzen und ganz nebenbei auch noch wunderschön gezeichnet sind. Zu Anfang fällt der Blick auf den „Prolog im Himmel": Unterm Plafond dreht sich eine Art Kettenkarussell mit Menschen drauf. Ein Motiv, das bei der jungen Russin immer wieder vorkommt: So schieben bei der „Begegnung Faust Margarethe" Damen unter Hochspannungsleitungen Kinderwagen im Kreis herum, ein Rund auch bei der „Walpurgisnacht", in der die Hexen auf Kanonen mit Pferdeköpfen reiten. Auf denselben Kanonen, die schon bei der Szene „Hexenküche" als Öfen gedient haben -gleichzeitig wird das letzte Bild bereits durch den Kerker in der Bühnenmitte vorbereitet. „Eine Szene greift in die andere über", sagt Hansen fasziniert. Deshalb kommt die junge Russin in ihrer Inszenierung auch mit sechs Bildern aus. Ihre Abschlussarbeit hat sie dem Goethe-Museum übrigens geschenkt.

 

"Faust geht jeden an"

Eine Hexenküche mit lodernder Leinwand, die sich später über die gesamte Kulisse ausbreitet, Kuschtewskaja hat mit Herzblut und modernen Einfällen gezeichnet. Ansonsten, sagt sie schüchtern, würde Goethes Tragödie in Russland stets klassisch inszeniert. Und wieso Faust? „Das Thema geht jeden an", antwortet sie. Oder so ähnlich und ganz, ganz leise.  
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Янина Куштевская © 2006. Янина Куштевская